14. Mai 2013
In der momentanen Situation denkt der geneigte Anhänger der Grün-Weißen ausschließlich an den erreichten Klassenerhalt.
Die Verantwortlichen jedoch haben schon jetzt eine Doppelbelastung. Sie müssen an die Zukunft denken, damit die nächste Saison erfolgreicher wird, als die jetzige. Der Kader muss ein weiteres Mal finanziell abgespeckt werden, denn Werder hängt sportlich gesehen seit Jahren den eigenen Erwartungen hinterher. In solchen Situationen wird natürlich geprüft, welche Möglichkeiten es gibt, sich auf robustere Beine zu stellen. Jetzt ist auch unser Stadionname in Gefahr! Marco Bode schloss den Verkauf der Namensrechte am Weserstadion bei einer Talkrunde des “Weser-Kurier” nicht mehr kategorisch aus.
Verständlich, aber sicher unsensibel, dass genau jetzt über den Verkauf des Stadionnamens gesprochen wird. Es herrscht in Bremen eine, für diese Tabellensituation überaus kämpferische Stimmung, wie sie es vielleicht sonst nirgends geben würde. Die Fans stehen hinter der Mannschaft, hinter dem Verein, wie lange nicht mehr. Die Stimmung bei den Spielen in Leverkusen und gegen Hoffenheim war für alle Beteiligten, sowohl auf Fanseite, als auch bei den Spielern und Offiziellen herausragend und unfassbar. Es gibt Aktionen, wie „ALLEz GRÜN“ oder „Werder braucht Bremen und Bremen braucht Werder“, die die Identifikation noch deutlicher machen.
Mit dem Namen Weserstadion identifizieren sich alle Werderfans und Bremer! Werder Bremen bezeichnet sich selber als besonderer Verein, mit einem besonderen Umfeld. Das Werder die Namensrechte des Stadions inne hat, gehört zu eben diesen Besonderheiten! Sehr viele andere Bundesligisten haben den Ihren verkauft und wechseln ihn seit Jahren beliebig aus. Weserstadion heißt für viele Fans Erinnerungen an Spiele, Erlebnisse und Emotionen. Und es ist einer dieser besonderen Identifikationspunkte!
Wir Fans haben gerade in der zuletzt so schwierigen Zeit gezeigt, wie wichtig wir doch für den Verein sind. Und da werden wir gerade jetzt, wie es scheint, links liegen gelassen.
Ihr sagt selber: Werder braucht Bremen und Bremen braucht Werder. Wir sagen: Wir Fans brauchen das Weserstadion und zwar mit seinem Namen und es braucht uns! Uns, die es mit Leben füllen. Wir sagen: Ihr habt eine Verantwortung dem Verein gegenüber UND uns Fans !
Zudem ist fraglich, ob eine Vermarktung des Stadions wirklich mehr Geld bringt, als eine Lösung, welche mit den Fans zusammen gesucht wird, ohne das diese den Identifikationsfaktor “Weserstadion” verlieren. Zumal diese “Millionen” vermutlich sogar mit der Stadt, die als Betreibergesellschaft mit im Boot sitzt, geteilt werden müsste. Möchte man hier seine finanziellen Möglichkeiten ausschöpfen, kann man als Verein gerade in der heutigen Zeit wunderbar eben auf das Pferd “ Identifikation“ setzen.
Es ist geschafft! Dank einer aufopferungsvollen Leistung auf dem Platz, aber auch auf den Rängen, können wir kurz vor Ende der Saison den Klassenerhalt bejubeln. Auch wenn dieses Ereignis über allem an diesem wichtigen Tage stand, gab es vor dem Spiel das ein oder andere Ereignis, welches zu bedauern war. Eines davon wollen wir euch nicht vorenthalten.
Nachdem die letzten Wochen hart an einer Ganzkurvenchoreografie zum Hoffenheimspiel gearbeitet wurde, dort der erhoffte Klassenerhalt aber noch nicht perfekt gemacht werden konnte, waren wir motiviert auch zum Spiel gegen die Eintracht unseren möglichen Beitrag zu leisten, Fans und Spieler zusätzlich durch eine größere Aktion im Stehplatzbereich zu puschen.
So fiel für viele der Vatertag ins Wasser und es wurde stattdessen an eben dieser Aktion gebastelt. Als am Freitag noch kleinere Restarbeiten im Stadion durchgeführt wurden, ereilte uns die Nachricht, dass das Banner nicht genehmigt sei.
Nun darf oder sollte man besser wissen, dass aktive Gruppen zumeist ihre Choreographien aus bereits beschriebenen Gründen ausarbeiten. Sie wollen aber ganz sicher sich von Mal zu Mal verbessern und den Sinn, sowie die Effizienz dieser Choreos steigern. So würde eine aufwendige Choreographie doch wenig Sinn machen, wenn nur wenige sie verstehen und die Mannschaft sie “nicht braucht”.
Das dürften seit ewigen Jahren auch die Entscheidungsträger von Verein und Sicherheit wissen. Da bekanntlich aber die Hoffnung zuletzt stirbt, war auch nur sie es, die am Ende dieses Vorspieltages übrig blieb. Wieder einmal!
Die Begründung des Verbots las sich dann auch wie die Bibel der Unwissenheit. Die für die Sicherheit im Stadion verantwortliche Person möchte nicht dafür verantwortlich sein, wenn aufgrund des Banners sich gewaltbereite Personen im Gästebereich auch so verhalten. Bingo!
Gut das uns dies mitgeteilt wurde. Wir waren bis dahin immer der Meinung, dass die Herren aus FFM keine extra Einladung bräuchten.
Blöd nur, dass die Aussage des Banners die positive Stimmung aufgreifen und verstärken sollte und eben nicht dazu dienen sollte, die Gäste zu provozieren.
Denn wer sich in der Geschichte seines Vereins auskennt, wovon wir nun einmal ausgehen, dann weiß man, dass in Verbindung mit der Nachbildung der 1988er Meisterschaftsblockfahne und allerhand anderem Spektakel die Aussage auf rund 60 Metern ” Damals wie heute – Frankfurt leichte Beute ” fußballerisch zu verstehen ist. Vor 25 Jahren nämlich gelang dem Team, dessen Mitglieder erst vor einer Woche vom Verein geehrt wurden, mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt der große Wurf. Dieser Wurf gelang uns auch nun wieder. Nur eben nicht mit unserer Hilfe.
Es wird sich sicher jeder denken können, dass die Mühen und Kosten, die wir eben nicht gescheut haben, so bitter zu Nichte gemacht werden.
Das dies nicht relevant zu sein scheint, erfuhr man spätestens in dem Moment wo wir feststellten, dass neben dem restlichen Choreomaterial das sich seit der Fertigstellung im Stadion befand und am frühen Samstag morgen dann aufgebaut bzw. in Form des Banners beiseite geschafft werden sollte, eine Lücke klaffte. Dort wo am Donnerstag und Freitag unser Banner gefertigt wurde, lag es nicht mehr. Es wurde entfernt. Ohne Absprache, ohne ein Wort!
Normalerweise nennt man so etwas Diebstahl. Wir nennen es auch so. Nur die elko&Werder Security GmbH nicht. Man wolle ein mögliches Auftauchen des Banners so minimieren. Ich mach mir nun also die Welt wie sie mir gefällt.
Interventionen vor Ort bewirkten lediglich einen erhöhten Blutdruck.
Eine Rechnung wurde direkt im Anschluß erstellt und überreicht.
Wie hing es erst kürzlich in München vom Zaun. “Schöne heile Welt”.
Zumindest das haben beide Vereine gemeinsam.
Wir hören jedenfalls nicht auf zu hoffen, dass sich die eigentlich positiven Entwicklungen zwischen speziell unserer aktiven Gruppe und der Vereinsführung in den letzten Monaten weiter entwickeln. Derartige Zustände jedoch werden wir und das mag wohl auch ein jeder verstehen, weiterhin einfach nicht akzeptieren können.
11. April 2013
„Legaler Ticket-Schwarzmarkt? ViaNogo“
Dieses Spruchband präsentierten wir am vergangenen Spieltag gegen den FC Schalke 04. Wir wollen damit unsere Kritik an Viagogo äußern, wo Tickets für Bundesligaspiele, Konzerte, etc. sehr teuer vertrieben werden. So werden für Ostkurven Stehplätze teilweise 25 € und mehr verlangt.
In den letzten Jahren versuchte Werder den Schwarzmarkt in Bremen einzudämmen, zum Beispiel durch die Einführung der Plastikdauerkarte oder die Nachverfolgung von Ebayhändlern. Doch nun scheint Werder diese Machenschaften im Tickethandel zu dulden, obwohl aus einem Auszug aus den Ticket-AGBs von Werder klar hervorgeht:
9. Weitergabe von Tickets
“… zur Unterbindung des Weiterverkaufs von Tickets zu überhöhten Preisen, insbesondere zur Aufrechterhaltung der von Werder Bremen auch unter Berücksichtigung von Fanbelangen und sozialen Aspekten entwickelten Preisstruktur, liegt es im Interesse von Werder Bremen und der Stadionsicherheit, die Veräußerung und Weitergabe von Tickets einzuschränken. Die kommerzielle und gewerbliche Veräußerung
und Weitergabe von Tickets bleibt allein Werder Bremen und den von ihm autorisierten Stellen vorbehalten. Im Falle der persönlichen Verhinderung des Ticketinhabers dürfen Tickets ausnahmsweise unter Beachtung der nachstehenden Regelungen weitergegeben werden.
Dem Inhaber eines Tickets ist es insbesondere untersagt:
- das Ticket ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Werder Bremen gewerblich und/oder kommerziell zu veräußern;
- das Ticket im Falle der privaten Weitergabe zu einem höheren Preis als den, der auf dem Ticket angegeben ist, zu veräußern (Bei
einem Ticket aus einer Dauerkarte ergibt sich der maßgebende Preis durch
die Division des Gesamtpreises der Dauerkarte durch die Anzahl der Heimspiele pro Saison); ein Aufschlag von über 15% zum Ausgleich tatsächlich entstandener Transaktionskosten ist unzulässig; …”
Die hohen Preise, zu denen die Tickets angeboten werden, sind sicherlich das eine Problem. Das andere ist, dass dadurch vielen sozial schwächer gestellten Zuschauern die Möglichkeit genommen wird, über den jeweiligen Verein an Bundesligakarten ihrer Mannschaft zu kommen. Besonders ins Gewicht fällt dies natürlich bei Spielen mit sehr hoher Ticketnachfrage, wie zum Beispiel „Top-Spiele“ oder „Derbys“.
Wir fordern unseren Verein dazu auf, diesen Handel ab sofort zu unterbinden und gegen diese Internetplattform rechtlich vorzugehen.
Wir möchten, wie es viele andere Fan-/Ultragruppen auch schon getan haben, ein Zeichen gegen diesen legalen Ticket-Schwarzmarkt setzen – ViaNOgo!
8. März 2013
Bei unseren letzten beiden Heimspielen wollten wir wieder einmal, auf das für uns sehr wichtige Thema „Stadionnamen“ aufmerksam machen. Dazu präsentierten wir vor zwei Wochen beim Heimspiel gegen den SC Freiburg das Spruchband: „Pro-Max-Morlock-Stadion! – Für immer Weserstadion“ Einerseits sollte das Spruchband solidarisch der Nürnberger Fanszene gegenüber sein, die sich seit Jahren für eine Umbenennung des Stadions in „Max-Morlock-Stadion“ stark machen, jedoch wieder einen Rückschlag erleiden mussten, indem der 1. FC Nürnberg die Namensrechte für die nächsten Jahre verkauft hat. Andererseits wollen wir klarstellen, dass unsere Verantwortlichen auch trotz des sportlichen Misserfolgs gar nicht darüber nachdenken sollen, die Rechte des Stadionnamen an eine Firma zu verkaufen.
Am letzten Wochenende präsentierten wir das Spruchband: „Weser-stadion? -> Weserstadion!“. Im Laufe der Jahre gab es diese zwei Variationen der Schreibweise unseres Stadions. Aus unserer Sicht heißt es ganz klar Weserstadion! Zum einen, weil wir befürchten, dass das Weser durch den Bindestrich schnell durch einen Sponsor ersetzt werden kann, wie z. B. “XY-Stadion”. Zum anderen, weil es ein Eigenname ist, der nicht einfach durch einen Bindestrich getrennt werden darf.